9. Mai 2019

SCHMOLZ + BICKENBACH mit niedrigerem EBITDA in herausforderndem ersten Quartal

 

 

  • Absatzmenge stieg leicht auf 551 Kilotonnen von 545 Kilotonnen in Q1 2018; zusätzliche Mengen von Ascometal gleichen reduzierte Nachfrage aus
  • Durchschnittlicher Verkaufspreis pro Tonne auf EUR 1‘605 gestiegen, von EUR 1‘521 in Q1 2018 und EUR 1‘597 in Q4 2018
  • Bereinigtes EBITDA von EUR 42,2 Mio. geringer als in Q1 2018 mit EUR 70,3 Mio.
  • Free Cash Flow dank Abbau von Lagerbeständen mit EUR –23,7 Mio. besser als in Q1 2018 mit EUR –102,7 Mio.
  • Nettoverschuldung auf EUR 752 Mio. gestiegen, von EUR 655 Mio. zum Jahresende 2018; dies wegen saisonal höherem Umlaufvermögen und der Erstanwendung von IFRS 16, welche EUR 59 Mio. zum Anstieg beitrug
  • Ausblick 2019: SCHMOLZ + BICKENBACH erwartet ein bereinigtes EBITDA zwischen EUR 190 Mio. und EUR 230 Mio.

 

CEO Clemens Iller kommentierte: „Wie erwartet ist der Start ins Geschäftsjahr 2019 verhalten ausgefallen. Nach einem deutlichen Rückgang der Geschäftsaktivitäten gegen Ende des letzten Jahres, hat sich die Wachstumsdelle in unseren Absatzmärkten in den ersten drei Monaten fortgesetzt. Besonders aus der europäischen Automobilindustrie fehlen eindeutige Anzeichen für eine rasche Belebung der aktuell niedrigen Nachfrage. Angesichts der schwelenden Handelskonflikte und politischer Unsicherheiten in Europa ist es zurzeit schwierig abzuschätzen, wann neue Impulse zu einer nachhaltig verbesserten Wirtschaftslage in unserem Kernmarkt Europa führen werden. Aus heutiger Sicht erwarten wir im ersten Halbjahr 2019 eine einsetzende graduelle Normalisierung der Nachfrage mit fortgesetzter Erholung im zweiten Halbjahr.“

 

Finanzkennzahlen

 

SCHMOLZ + BICKENBACH Konzern

Einheit

Q1 2019

Q1 2018 1)

Δ in %

Absatzmenge

Kilotonnen

551

545

1,1

Umsatz

Mio. EUR

884,2

828,9

6,7

Durchschnittlicher Verkaufspreis

EUR/t

1'605

1'521

5,5

Bereinigtes EBITDA

Mio. EUR

42,2

70,3

– 40,0

EBITDA

Mio. EUR

38,8

103,1

– 62,4

Bereinigte EBITDA-Marge

%

4,8

8,5

EBITDA-Marge

%

4,4

12,4

EBIT

Mio. EUR

13,3

75,5

– 82,4

Ergebnis vor Steuern

Mio. EUR

– 0,3

65,2

Konzernergebnis

Mio. EUR

0,7

59,0

– 98,8

Investitionen

Mio. EUR

22,5

15,1

49,0

Free Cash Flow

Mio. EUR

– 23,7

– 102,7

– 76,9

 

Einheit

31.3.2019

31.12.2018

Δ in %

 

 

 

 

 

Nettoverschuldung

Mio. EUR

751,9

654,8

14,8

Eigenkapital

Mio. EUR

697,7

707,7

– 1,4

Verschuldungsgrad (Gearing)

%

107,8

92,5

Nettoverschuldung/ber. EBITDA LTM (Leverage)

x

3,6

2,8

29,0

Bilanzsumme

Mio. EUR

2'644,8

2'531,8

4,5

Eigenkapitalquote

%

26,4

28,0

Mitarbeitende zum Stichtag

Anzahl

10'460

10'486

– 0,2

Capital Employed

Mio. EUR

1'742,7

1'739,5

0,2

 

Einheit

Q1 2019

Q1 2018 1)

Δ in %

 

 

 

 

 

Konzernergebnis/Aktie 2)

EUR/CHF

0,00/0,00

0,06/0,07

Eigenkapital/Aktie 3)

EUR/CHF

0,74/0,83

0,75/0,88

Höchst-/Tiefstkurs

CHF

0,617/0,435

0,886/0,700

 

 

 

 

 

        

1) Einschliesslich Ascometal für zwei Monate, vollkonsolidiert seit 1. Februar 2018

2) Das Konzernergebnis/Aktie basiert auf dem Ergebnis nach Abzug der den Anteilen ohne beherrschenden Einfluss zustehenden Ergebnisanteile.

3) Per 31. März 2019 sowie per 31. Dezember 2018

 

 

Luzern, 9. Mai 2019 – SCHMOLZ + BICKENBACH, ein weltweit führendes Unternehmen für Speziallangstahl, hat heute um 1,1 % höhere Absatzmengen von 551 Kilotonnen im Vergleich zu 545 Kilotonnen im ersten Quartal 2018 gemeldet. Der Umsatz stieg dank höherer Absatzmengen im Zuge der Integration von Ascometal und gestiegener Verkaufspreise um 6,7 % von EUR 829 Mio. auf EUR 884 Mio. Das bereinigte EBITDA sank dagegen um –40 % auf EUR 42,2 Mio., nach EUR 70,3 Mio. im Vorjahresquartal. Das EBITDA war mit 38,8 Mio. um –62,4 % niedriger als im ersten Quartal 2018 mit EUR 103,1 Mio. Das Vorjahresergebnis war jedoch beeinflusst vom positiven Beitrag des Badwill über EUR 46,0 Mio. aus der Übernahme von Ascometal.

 

Integration Ascometal

 

Seit Februar 2018 sind die Ergebnisse der akquirierten und als Business Unit im Konzern geführten Ascometal in den Konzernzahlen ausgewiesen. Dadurch sind im ersten Quartal 2018 nur zwei Monate von Ascometal in den Ergebnissen enthalten, was Auswirkungen auf den Vergleich mit diesen Zahlen hat. Im ersten Quartal 2019 ist Ascometal voll enthalten. Dies ist in höheren Absatzmengen, Umsätzen und Aufwandspositionen ersichtlich. Auf die Cash Flow-Kennzahlen hatte die Integration ebenfalls einen erheblichen Einfluss.

 

Geschäftsentwicklung im ersten Quartal 2019

 

Nach einem markanten Nachfragerückgang in den letzten beiden Monaten des Vorjahres, begann auch das Geschäftsjahr 2019 herausfordernd. Obwohl sich die Nachfrage auf niedrigerem Niveau stabilisierte, fehlten Impulse für eine Verbesserung des Marktumfelds in der Stahlindustrie. Entsprechend wurde unsere Produktion gedrosselt, um dadurch die Lagerbestände der aktuell niedrigen Nachfrage besonders aus der Automobilindustrie anzupassen. Auf Ebene der strukturellen Verbesserungen wurden die Schwerpunkte auf die Umsetzung der ersten Schritte des Turnaround-Plans von Finkl Steel sowie auf die fortgeführte Integration von Ascometal gesetzt.

 

Im ersten Quartal 2019 konnte mit 551 Kilotonnen um 1,1 % mehr Stahl abgesetzt werden als im Vorjahresquartal (Q1 2018: 545 Kilotonnen). Dieser Anstieg war getrieben von 2,9 % höheren Absatzmengen für Qualitäts- & Edelbaustahl im Zuge der Integration von Ascometal. Auf vergleichbarer Basis, also ohne Ascometal, verringerte sich die Absatzmenge. Dagegen wurden in den ersten drei Monaten weniger RSH-Stahl (rost-, säure- und hitzebeständiger Stahl) und Werkzeugstahl verkauft als im Vorjahreszeitraum.

 

Der durchschnittliche Verkaufspreis je Tonne Stahl lag im ersten Quartal 2019 bei EUR 1’605 und war damit um 5,5 % höher als im Vorjahresquartal (Q1 2018: EUR 1’521/Tonne). Der Anstieg ist vor allem auf gestiegene Schrott- und Legierungszuschläge zurückzuführen, wobei die Basispreise im Vergleich zum Vorjahr grösstenteils stabil blieben. Dank der positiven Preisentwicklung und den höheren Absatzmengen stieg der Umsatz um 6,7 % auf EUR 884,2 Mio. nach EUR 828,9 Mio. im gleichen Zeitraum des Vorjahrs. Das Wachstum war in erster Linie getrieben von der Produktgruppe Qualitäts- & Edelbaustahl mit einem Plus von 8,8 %. Der Umsatz mit RSH-Stahl stieg um 2,3 %, jener mit Werkzeugstahl um 5,3 %.

 

Regional betrachtet konnte der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal in allen Regionen gesteigert werden. Am stärksten war das Wachstum mit 9,9 % in der Region Amerika, gefolgt von Europa mit 6,6 % und der Region Afrika/Asien/Australien mit einem Umsatzplus von 1,9 %.

 

Das um Einmaleffekte bereinigte EBITDA lag mit EUR 42,2 Mio. (Q1 2018: EUR 70,3 Mio.) um –40 % unter dem Wert des Vorjahresquartals. Die Einmaleffekte beliefen sich auf EUR 3,4 Mio. und umfassten hauptsächlich Integrations- und M&A-Kosten. Diese Einmaleffekte ausgeklammert, sank das EBITDA um –62,4 % auf EUR 38,8 Mio. (Q1 2018: EUR 103,1 Mio.). Die bereinigte EBITDA-Marge stand bei 4,8 % (Q1 2018: 8,5 %), die EBITDA-Marge bei 4,4 % (Q1 2018: 12,4 %), letztere im Vorjahresquartal positiv beeinflusst vom Badwill über EUR 46,0 Mio. aus der Übernahme von Ascometal.

 

Das Finanzergebnis war mit EUR –13,6 Mio. (Q1 2018: EUR –10,3 Mio.) aufgrund verschuldungsbedingt höherer Zinsaufwendungen unter dem Wert des Vorjahresquartals. Infolge der zuvor geschilderten Entwicklungen lag das Ergebnis vor Steuern (EBT) bei EUR –0,3 Mio. (Q1 2018: EUR 65,2 Mio.). Aus dem negativen EBT resultierte ein Steuerertrag von EUR 1,0 Mio. gegenüber einem Steueraufwand von EUR –6,2 Mio. im Vergleichsquartal. Der Konzerngewinn belief sich auf EUR 0,7 Mio. nach EUR 59,0 Mio. im selben Quartal des letzten Jahres.

 

Der Free Cash Flow konnte im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres dank stringenter Massnahmen zur Reduktion des Nettoumlaufvermögens – namentlich dem Abbau von Lägern – stark verbessert werden und erreichte EUR –23,7 Mio. nach EUR –102,7 Mio. im ersten Quartal 2018.

 

Die Nettoverschuldung lag mit EUR 751,9 Mio. über dem Wert von Ende 2018 mit EUR 654,8 Mio. Gründe dafür sind das saisonal höhere Nettoumlaufvermögen und die Erstanwendung von IFRS 16. Letztere erhöhte die Nettoverschuldung um EUR 59,0 Mio. Die Nettoverschuldung im Verhältnis zum bereinigten EBITDA (auf Basis der letzten zwölf Monate, „Leverage“) stieg gegenüber dem 31. Dezember 2018 von 2,8 auf 3,6 an. Auf vergleichbarer Basis ohne Anwendung von IFRS 16 stand der Leverage bei 3,4.

 

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2019

 

Das Hauptaugenmerk von SCHMOLZ + BICKENBACH wird in 2019 auf die nächsten Schritte der industriellen Integration von Ascometal gerichtet sein. Mit der Übernahme wurden die Voraussetzungen geschaffen, um die Marktposition von SCHMOLZ + BICKENBACH mittel- bis langfristig weiter zu stärken. Diese Chance will das Unternehmen konsequent nutzen, während gleichzeitig an der Effizienz, Profitabilität und Optimierung der Lagerbestände gearbeitet wird. Ein weiterer Fokus liegt auf den Massnahmen zur Verbesserung der Ertragslage von Finkl Steel.

 

Angesichts der zahlreichen Unwägbarkeiten und den widersprüchlichen Signalen in Bezug auf den weiteren globalen Konjunkturverlauf, sind Prognosen für das Geschäftsjahr 2019 mit einer hohen Unsicherheit behaftet. SCHMOLZ + BICKENBACH erwartet in den nächsten Monaten eine graduelle Normalisierung der Nachfrage mit fortgesetzter Erholung im zweiten Halbjahr. Basierend auf dieser Annahme sowie der weiteren Umsetzung der Massnahmen bei Ascometal und Finkl Steel, erwarten wir für das laufende Geschäftsjahr ein bereinigtes EBITDA in einer Spanne zwischen EUR 190 Mio. und EUR 230 Mio.

 

– ENDE

 

Für weitere Informationen:

 

Dr. Ulrich Steiner
Vice President Corporate Communications, Investor Relations & CSR

Telefon +41 (0)41 581 4120

u.steiner@schmolz-bickenbach.com